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IMZ-Newsletter #2
August 2009 Diesmal berichten wir über folgende Themen:
Wir wünschen eine spannende Lektüre!
MigrAlp (Migration im Alpenraum) ist ein Interreg-IV-Projekt zwischen der Europäischen Akademie (EURAC) in Bozen und dem Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT) in Innsbruck. Ziel dieses auf zwei Jahre (2009-2011) angelegten Projekts ist es, durch einen intensiven Informationsaustausch die Herausforderungen für Einwanderungesellschaften zu analysieren sowie mit der Durchführung von Studien über ethnische Gemeinschaften in Nord- und Südtirol Diskriminierungen abzubauen und neue Wege der Integration zu fördern.
Dabei werden in vier Arbeitsbereichen (Working Packages) unterschiedliche Ebenen der Integration von MigrantInnen erforscht. Neben einer regionalen Sozialstudie über die Situation von MigrantInnen am Arbeits- und Wohnungsmarkt (Working Package 1) wird in einem weiteren Arbeitsbereich ein lokales Integrations- und Monitoring-System entwickelt (Working Package 2). Die Sensibilisierung von Jugendlichen für das Thema Migration ist Ziel eines Anti-Diskriminierungs-Rollenspieles (Working Package 3), welches im kommenden Schuljahr 2009/2010 an Nord- und Südtiroler Schulen und Jugendeinrichtungen angeboten werden wird. Die Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen zu den Bereichen Migration und Integration in Nord- und Südtirol durch Newsletter, Online-Blogs und einer Online-Bibliothek ist Ziel des letzten Arbeitsbereiches (Working Package 4).
Trotz der unterschiedlichen Migrationsgeschichte in Südtirol und Nordtirol – Österreich wurde in den 1960er, Italien erst in den 1980er Jahren zu einem Einwanderungsland - bietet das Projekt MigrAlp die erstmalige Möglichkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Bereichen Migration und Integration zwischen den beiden Regionen zu analysieren und zu dokumentieren. MigrAlp leistet damit einen in die Zukunft gerichteten Blick im Gedenkjahr 2009!
MigrAlp online: www.eurac.edu/migralp
Jugendliche MigrantInnen erleben Barrieren sowohl in Ausbildung als auch beim Einstieg in den Beruf. Das Projekt Join in a Job! unterstützt die Beratung von Menschen mit oftmals fehlenden Qualifikationen oder nicht anerkannter Ausbildung und zielt auf Verbesserung einer kompetenz- und ressourcenorientierten Berufsberatung jugendlicher MigrantInnen.
Die Join In a Job! Methode ermöglicht die Feststellung eines individuellen Unterstützungsbedarfes und die Sichtbarmachung berufsrelevanter, insbesondere auch interkultureller Kompetenzen.
Entwickelt wurde das Methodenset (Basisclearing, Intensivclearing, Jobbox) im Tiroler EQUAL Projekt Join In (www.join-in.at). Nun erfolgt ein Transfer und Weiterentwicklung der Methodik in andere europäischen Länder (Polen, Italien, Deutschland, Irland) sowie die Ausbildung von BeraterInnen vor Ort - in Österreich und in den Partnerländern.
In Innsbruck fand Anfang Juni eine Ausbildung für ca. 20 BerufsberaterInnen, TrainerInnen, Coaches und LehrerInnen statt, die in Österreich mit jugendlichen MigrantInnen arbeiten.
Ein Vorläuferprodukt zu diesem Beratungsansatz ist die Broschüre "4 Schritte zum Job", die unter http://www.imz-tirol.at/de/infoportal/leitbilder-interviews-und-mehr heruntergeladen werden kann. Auf der Webseite www.join-in-a-job.eu befinden sich weitere Hintergrundinfos und laufend ergänzte neue Produkte (Checklisten für Bewerbungsgespräche uvm.).
Vernetzungen im Bereich Integration
Das Gremium hat bereits zwei mal getagt – im Mittelpunkt standen dabei die Positionen der österreichischen Bundesländer zum Nationalen Aktionsplan Integration der Bundesregierung. Dabei konnte in wesentlichen Bereichen ein Konsens der Bundesländer erzielt werden, der in den Prozess eingebracht wurde. Darüber hinaus ging es bei den Treffen um einen Vergleich der Strukturen und der Ressourcen sowie um einen Austausch zu den jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten der Länder im Bereich der Integration MIT Zugewanderten. In Tirol gibt es darüber hinaus seit November 2008 einen Austausch der kommunalen Integrationsbeauftragten der Zentralorte Tirols. Eingeladen sind dazu sowohl die politisch Verantwortlichen als auch die Zuständigen im Bereich der Verwaltung. Auch hier geht es um einen Vergleich der Strukturen, um einen Austausch zu wesentlichen Schwerpunkten, aber auch um eine Auseinandersetzung mit Themen, die von allen Beteiligten für wichtig erachtet werden. Dieses Austausch- und Diskussionsforum wird von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen, bietet es doch die Möglichkeit, die eigenen Schwerpunkte und Maßnahmen mit qualifizierten GesprächspartnerInnen zu diskutieren und weiter zu entwickeln.
Nationaler Aktionsplan Integration Ein vom BMI erstelltes Einführungspapier diente als erste Diskussionsgrundlage dafür. Weitere Schritte sollen von der Steuerungsgruppe geleitet werden, der VertreterInnen verschiedener Ministerien, der Länder, von Gemeinde- und Städtebund, der Sozialpartner, des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und NGOs angehören. Dort wurde bisher das Einführungspapier durchaus kontrovers diskutiert. Die Bundesländer haben dabei entsprechend den Ergebnissen der Diskussion in der LänderexpertInnenkonferenz weitgehend einheitliche Positionen vertreten. Diese beinhalten u.a. das Betonen der Ansprüche im Rahmen der Integration auch an die einheimische Bevölkerung, einen positiven Zugang zum Thema Integration sowie die Aufnahme des Themas Diskriminierung und Rassismus in den Nationalen Aktionsplan. Gleichzeitig wurden in ExpertInnengruppen die Themenbereiche Sprache und Bildung, Arbeit und Beruf, Rechtsstaat und Werte, Gesundheit und Soziales, Interkultureller Dialog, Sport und Freizeit, Wohnen und regionale Entwicklung sowie Qualitätssicherung und Evaluation diskutiert. In diesen Gruppen sind auch einige Tiroler VertreterInnen aktiv. Die Ergebnisse der ExpertInnengruppen sowie der Diskussionen der Steuerungsgruppe sollen noch im Herbst in das Diskussionspapier eingearbeitet und der Nationale Aktionsplan dem Ministerrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Ob dieser ambitionierte Zeitplan des BMI zu halten sein wird, wird sich bei der nächsten Sitzung der Steuerungsgruppe im September zeigen.
Kommentar
"Der Plan des Innenministeriums für den Nationalen Aktionsplan Integration (NAP) war einfach gestrickt: Ein Grundlagenpapier zu den wichtigsten Themenbereichen von Integration, eine (!) Sitzung pro Arbeitsgruppe mit anschließendem Gruppenbild für die PR-Abteilung des Ministeriums und eine Steuerungsgruppe, die dem Ansinnen der Ministerin freudig begeistert hätte applaudieren sollen. Daraus wurde allerdings nichts. Zu Recht! Das Grundlagenpapier lag einfach zu weit unter dem Niveau der existierenden Integrationsleitbilder und –konzepte der Gemeinden, Bundesländer und Städte. Die Kürze des Prozesses widersprach jedem Anspruch auf Qualität und Nachhaltigkeit des Aktionsplans. Die Auswahl der ExpertInnen war ebenso wie die der Steuerungsgruppe einseitig und willkürlich. Die Beteiligung von MigrantInnen und Menschen mit Migrationshintergrund dürftig. Der Defizitansatz des „Einführungspapiers“, nämlich dass sich Zuwanderer/innen einseitig eine bestimmte Lebensweise aneignen, ihr „Manko“ beheben und sich in die Mehrheitsgesellschaft anpassen sollen, wurde durchwegs kritisiert. Das Kapitel „Integrationsverständnis“ (siehe weiter unten) spricht dabei Bände. Kein Wort im Papier, dass Österreich Einwander/innen gezielt angeworben hat und anwirbt, weil das Land sie braucht und daher von einem beidseitigen Prozess der Integration zu sprechen ist. Einige besondere „Schmankerln“ im Grundlagenpapier:
Wenn man diese Aussage ernst nimmt, heißt das nichts gutes für die Integrationspolitik Österreichs, das immerhin bei den Einbürgerungsbestimmungen unter 28 Staaten Europas an letzter Stelle liegt (vgl. MIPEX – Migration Integration Policy Index 2008). Die Deutschkenntnisse sollen u.a. durch „eine zentrale Sprachprüfung“ und den „Erwerb von Sprachkenntnissen vor der Einreise“ gehoben werden. „Selbsterhaltungsfähigkeit ist ein wesentlicher Solidarbeitrag“ der Eingewanderten, heißt es auf Seite 9 und auf Seite 17 wird auch klar warum: aus einer Umfrage wird zitiert, zu der es den dürftigen Hinweis „GfK 2009“ gibt. Diese hat ergeben, dass die „Mehrheitsgesellschaft“ meint, dass
Also nicht die Gesellschaft ist solidarisch mit jenen, die strukturell diskriminiert und durchschnittlich wesentlich ärmer sind als Einheimische. Nein, die sozial Bedürftigen, die „schwachen Schultern“, sollen auch noch einen „Solidarbeitrag“ leisten! Dies ist die Pervertierung des Begriffs Solidarität. Die Zusammensetzung des Arbeitskreises Interkultureller Dialog spricht ebenso Bände: Es waren alle anerkannten Glaubensgemeinschaften geladen (von 18 Personen kamen 6), drei VertreterInnen von MigrantInnen-Medien (ZAMAN, Hürriyet, Kosmo), Ministerien, Bundeskriminalamt, Länder (7 Personen) und das ZeMiT als einzige NGO neben Kulturkontakt Austria, wenn man den ÖIF nicht zu den genuinen NGO zählt. Offensichtlich verwechselte das Ministerium interkulturellen Dialog stark mit interreligiösem Dialog und unterstrich mit der Einladungspolitik, dass im NAP Integration als Angelegenheit von ZuwanderInnen in Interaktion mit staatlichen Stellen verstanden wird. Die Sitzung war auf drei Stunden inklusive Pause mit tollem Buffet und Fototermin im Stiegenhaus des Innenministeriums angesetzt. Da blieb nur Zeit für kurze Statements aller TeilnehmerInnen, die sich dann aber nicht als solche im Protokoll wiederfanden. Mein sehr kritisches Statement war darin kaum zu erkennen. Der weit verbreitete Eindruck beim NAP, dass NGOs nur als Feigenblatt dienen sollen, wurde damit sicher nicht entkräftet. Der einhellige „Aufstand“ der Länder, Gemeinden, Städte, Sozialpartner und NGOs hat in der Zwischenzeit zumindest zu einer zweiten Sitzungsrunde geführt. Es kam zu Nachnominierungen von NGOs in die Steuerungsgruppe, zur Einladung österreichischer Medien in den Arbeitskreis Interkultureller Dialog. Ob es zu weiteren Sitzung der Arbeitsgruppen kommt, steht in den Sternen. Es ist stark zu bezweifeln, dass der völlig vom falschen Ansatz ausgehende und abgehoben eingeleitete NAP-Diskussionsprozess zu mehr als einem PR-Termin der Ministerin mit Presse im Herbst reichen wird. Vorweg aber kann jetzt schon gesagt werden, dass wieder einmal leichtfertig eine Chance zu einem fundierten und nachhaltigen Aktionsplan in Sachen Integration vertan wurde." Gerhard Hetfleisch
Auszug aus dem „Einführungspapier zu Erstellung eines Nationalen Aktionsplans für Integration. Problemfelder / Grundsätze / Maßnahmen“ Integrationsverständnis:
16,3% der österreichischen Gesamtbevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Unsere tägliche Wahrnehmung wird von kultureller Vielfalt geprägt. Menschen unterschiedlichster Herkunft begegnen sich an vielen Orten und in verschiedensten Situationen: auf der Straße, bei der Arbeit, in der Schule, beim Einkaufen, im Verein, bei Festen und Veranstaltungen.
Amateur-FotografIn erhält einen Preis von 1.500
Teilnahmebedingungen
Eingereicht werden können bis zu drei unterschiedliche Bilder pro Person im Format 21 x 29,7 cm (A4-Format) als Abzug auf Fotopapier und jeweils versehen mit Name und Adresse. Außerdem sind dem Veranstalter die Ursprungsdaten (tiff, jpeg) auf CD-Rom oder Bildträger (Negative, Dias) zuzustellen. Sie können uns auch Ihr Bild als jpg - Datei mit einer Auflösung von mindestens 300 dpi bei einer Mindestgröße von 20 x 30 cm (=2300x3500 Pixel). Ausgestellt werden die prämierten Bilder in einem großen Format – 30x40 cm bzw. 40x50cm. (Bitte keine Komprimierung, RGB Profil). Werbefotos sowie Studiofotos sind von der Teilnahme am Wettbewerb ausgeschlossen. Bildbearbeitung, Masken, Ränder, und andere Verfremdungen sind nicht erlaubt. Die TeilnehmerInnen müssen sicherstellen, dass alle auf den Fotos abgebildeten Personen mit einer Veröffentlichung der Fotos im Zusammenhang mit dem Wettbewerb einverstanden sind. Mit der Teilnahme wird das Recht der Verbreitung der Bilder im Rahmen des Fotowettbewerbs an den Veranstalter abgetreten. Eine kommerzielle Nutzung der Bilder durch die TeilnehmerInnen ist untersagt. Eine über den Wettbewerb hinausgehende Nutzung der Fotos durch M-MEDIA ist nur nach Absprache mit dem FotografInnen möglich. Minderjährige TeilnehmerInnen benötigen eine schriftliche Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. MitarbeiterInnen von M-MEDIA sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Aussagekraft: klare Botschaft Fähigkeit, die Aufmerksamkeit des Betrachters zu wecken. Handhabung mit der Fototechnik
Auslese Diese und weitere Materialien können Sie in unserer Bibliothek kostenlos ausleihen, die Signaturen der ausgewählten Bücher und Filme sind in der Klammer angeführt. Diese Titel sind nur eine kleine Anregung – Sie können Bücher, Artikel und Zeitschriften online nach Stichworten suchen und reservieren. Details zur Benützung der IMZ-Bibliothek finden sie unter http://www.imz-tirol.at/de/bibliothek.
Studien Gogolin, Ingrid. Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gutachten. Bonn, 2003. (GIR, Gog) Where immigrant students succeed. A comparative review of perfprmance and engagement in PISA 2003. Paris, 2006. (Bil, Whe)
Mehrsprachigkeit Weidinger, Walter Hrsg. Bilingualität und Schule. Ausbildung, wissenschaftliche Perspektiven und empirische Befunde. Wien, 2001. (BIL, Wei) Montanari, Elke. Mit zwei Sprachen groß werden. Mehrsprachige Erziehung in Familie, Kindergarten und Schule. München, 2002. (GIR, Mon) Den ersten Schritt gehen wir gemeinsam. Eine Handreichung für SchulleiterInnen und LehrerInnen an Volksschulen zur Integration fremdsprachiger SchulanfängerInnen. Wien, 2002. (BIL, Den)
Interkulturelles Lernen: Emmendörfer-Brößler, Claudia. Feste der Völker. Ein pädagogischer Leitfaden. Pädagogische Anregungen und Impulse für eine interkulturelle Arbeit in Kindertagesstätten und Schulen. Frankfurt, 2000. (BIL, Emm) Söser, Karin. Interkulturelles Lernen in der Schule am Beispiel des Englischunterrichts. Diplomarbeit für das Diplomlehramt an Hauptschulen an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Tirol. Innsbruck, 2003. (BIL, Sös) Bühs, Roland. Materialien zur interkulturellen Erziehung in Primarstufe und Kindergarten. Zielgruppenspezifisches Handbuch, basierend auf dem „Praxishandbuch für Lehrerinnen und Lehrer – Eine Welt der Vielfalt“ (Anti-Defamation League/Bertelsmann Stiftung). Berlin, 2003. ( BIL, Büh) Fillitz, Thomas Hrsg. Interkulturelles Lernen. Zwischen institutionellem Rahmen, schulischer Praxis und gesellschaftlichem Kommunikationsprinzip. Innsbruck/Wien, 2003. (BIL, Fil) Schlösser, Elke. Zusammenarbeit mit Eltern – interkulturell. Informationen und Methoden zur Kooperation mit deutschen und zugewanderten Eltern in Kindergarten, Grundschule und Familienbildung. Münster, 2008. (BIL, Schl) Integration@School. Engagement macht Schule. 20 Projekte aus vier Ländern. Unterrichtspraxis für Integration und interkulturelle Bildung in der Primarstufe. CD ROM. (BIL, Int) Filme für eine Welt – Bilder im Kopf. Klischees, Vorurteile, kulturelle Konflikte. 6 Filme und Unterrichtsmaterialien. DVD. (ALL, Fil)
Religion Natoinal Coalition Buildiung Institute (NCBI) -Muslimische Kinder in der Schule. As-salamu alaikum. Informationen, Praxistipps und Ideen für den Unterricht. Schaffhausen, 2007. (BIL, Nat) Herausforderungen und Chancen in Bildungseinrichtungen. Grundinformationen zum Islam und anregungen zum Umgang mit muslimischen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern. Broschüre. 2008. (KSR,Her) Kleff, Sanem. Islam im Klassenzimmer. Impulse für die Bildungsarbeit. Hamburg, 2005. (BIL, Kle)
Dieses Projekt wird durch den Europäischen Integrationsfonds und das Bundesministerium für Inneres kofinanziert. |





